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Seite drucken   Aktuelles  |  Meldungen  |  21.10.2019

Fallbesprechung“ aus verschiedenen Perspektiven (von links): Der Mainzer Kriminalhauptkommissar Thomas Cygan, Schauspieler Antoine Monot jr., Moderatorin Daniela Bublitz und der Essenheimer Krimiautor Dr. Andreas Wagner werfen einen teils witzigen, teils ernsthaften Blick auf das Verbrechen.  
© hbz/Michael Bahr
© hbz/Michael Bahr 

Krimi-Abend für guten Zweck

Stiftung Tausendgut versammelt in Nieder-Olm prominente Gäste, um teils ernsthaft, teils witzig über reale und fiktive Verbrechen zu reden.

NIEDER-OLM - Eine bunte Kombination von Diskutanten hatte sich im Foyer der in.betrieb gGmbH im Nieder-Olmer Gewerbegebiet eingefunden, um über den Krimi als Genre, Kriminalität aus Sicht der Polizei und die Arbeit an einer Krimiserie zu reflektieren.

Eingeladen zu dem Spendenabend hatte die Stiftung Tausendgut; die Gäste wurden bei freiem Eintritt großzügig rheinhessisch bewirtet, sie konnten entscheiden, wie viel sie zahlen wollten.

Tausendgut hat ein Ziel: „Teilhabe ermöglichen“ – in Zeiten knapper werdender öffentlicher Gelder möchte sie Menschen fördern, „denen das Leben mehr zumutet als anderen“, wie es in einem Informationsheft steht. So unterstützt sie ambulante Wohnprojekte, Menschen mit Lernschwierigkeiten, inklusive Initiativen und weitere Einrichtungen.
Auf dem Podium in Nieder-Olm saßen Dr. Andreas Wagner, Essenheimer Winzer und Historiker, der seit Jahren Kriminalromane schreibt, Kriminalhauptkommissar Thomas Cygan, stellvertretender Leiter der K1 Kriminaldirektion Mainz, und Schauspieler Antoine („Tech-Nick“) Monot Jr., bekannt als Rechtsanwalt aus der ZDF-Serie „Ein Fall für zwei“, deren neue Staffel ab Ende November gesendet werden wird. Moderiert wurde der Abend von Daniela Bublitz.

Die meisten Morde sind Beziehungstaten

Blutrünstig ging es los: Christopher Miltenberger, Professor für schulpraktisches Klavierspiel an der Hochschule für Musik in Mainz, umrahmte das Programm mit kabarettistischen Chansons. In Andreas Wagners Krimi „Winzerrache“ spannt jemand einen Draht über den Essenheimer Teufelspfad – der versoffene Rüben-Rudi fährt auf dem Motorrad hindurch und wird enthauptet. Der Kopf fällt aus dem Helm, eine Füchsin schnappt sich die ungewöhnliche Beute und bringt ihn ihren Jungen zum Fraß. Vorbei ist es also mit Rüben-Rudi, der sich weitgehend von dem Mix-Getränk „Kalte Muschi“ (Rotwein mit Cola) ernährte. Erste Frage: Wie kommt ein Autor auf solch eine Idee?

Andreas Wagner hielt sich bedeckt, deutete indes an, dass bei Winzern, die bei der Arbeit im Weinberg immer wieder rücksichtslos gestört werden, die Fantasie in Wallung gerät.

Thomas Cygan stellte fest, dass eine derartige Mordmethode kaum in der Realität anzutreffen sei, weil die Erfolgschancen nicht hoch seien. Antoine Monot Jr. sprach über „Ein Fall für zwei“, der ebenfalls nicht allein der Realität verpflichtet sei: „Wenn man als gewöhnlicher Verdächtiger einen Anwalt und einen Detektiv anheuert, die beide tagelang rund um die Uhr für einen arbeiten, macht man das wohl nur einmal“ – aus Kostengründen.

Daniela Bublitz leitete die Diskussion zwischen Witz und Ernsthaftigkeit, auch reale Kriminalfälle wurden gestreift. Cygan erklärte, dass das Klischee, nach dem ein Mord binnen drei Tagen oder nie aufgeklärt werde, nicht ganz falsch sei: Denn die überwältigende Mehrheit der in Deutschland begangenen Morde seien Beziehungstaten, und da rückten die Täter schnell ins Visier. Für ihn, so Cygan, stellten gerade auch die seelischen Leiden der Angehörigen von Opfern einen Ansporn dar, Licht ins Dunkel zu bringen.
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